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Sportliche
Gründerzeit zu Ende des 19. Jahrhunderts
Cannstatt, das alte römische
Clarenna, war in der zweiten Hälfte des
19. Jahrhunderts ein bekannter Badeort,
der zahlreiche Ausländer, insbesondere Engländer,
anzog. Sie schickten vielfach ihre Kinder
auf Cannstatter Schulen, und diese brachten
ihre Spiele mit: Fußball, Rugby, Baseball,
Golf, Kricket, Krocket und später auch Lawn-Tennis,
Spiele die auch die jungen Deutschen begeisterten.
Von ihnen gründeten 33 junge Leute, die
auf dem Wasen Fußball spielten, am 25.
März 1890 den Cannstatter Fußball-Club
als „Verein zur Verbreitung aller Rasenspiele
und athletischen Sports“.
Eines der Gründungsmitglieder und Schriftführer
im CFC, Philipp Heiniken, leistete einen
bedeutsamen Beitrag zum damaligen Sportleben
in einer Zeit, in der die Öffentlichkeit
dem Sport noch ablehnend gegenüberstand.
Er veröffentlichte im Auftrag des CFC 1892
ein Regelbuch: „die beliebtesten Rasenspiele,
eine Zusammenfassung der hauptsächlichsten
englischen out-door games zum Zwecke ihrer
Einführung in Deutschland …“. Heinecken
wurde 1959 auf dem Steigfriedhof bestattet.
Ab 1891 wurde bereits Tennis gespielt, und
diese Sportart entwickelte sich rasch im
Verein, insbesondere geeignet für die Passiven
und für die Damen. Konsequent war deshalb
die Umfirmierung in Cannstatter Fußball-
und Tennis-Club im Jahre 1901.
In den Folgejahren gab es wegen Platzproblemen
und Nachwuchsmangel eine Fußballkrise im
Verein, die schließlich 1909 zur weiteren
Umfirmierung in Cannstatter Tennisclub
führte. Der erste Tennisplatz war bereits
1896 hinter dem Veiel’schen Brünnele bei
der Städtischen Gasfabrik entstanden. Die
Saison 1907 begann auf einer neuen Tennisanlage
mit drei Plätzen und einem Holzhaus im Kurpark,
dort wo sie heute noch ist. Obwohl der Beitrag
auf 12 Mark erhöht werden musste, stieg
die Zahl der Mitglieder auf 135.
1. Weltkrieg und Weltwirtschaftskrise
Der Ausbruch des 1. Weltkriegs
Anfang August 1914 brachte das Vereinsleben
für nahezu fünf Jahre fast vollständig zum
Erliegen. Die Nachkriegszeit waren gekennzeichnet
durch fehlende Material – so musste mit
Vorkriegsbällen gespielt werden – und die
Inflationszeit, beginnend
1920, brachte auch dem CTC große finanzielle
Probleme.
Die Zeiten wurden besser: Die Platzanlage
konnte auf sechs Plätze erweitert und im
Jahr 1929 ein neues Clubhaus für 40.000
Mark gebaut werden. Die Jahre ab 1930 brachten
mit der Weltwirtschaftskrise,
mit wirtschaftlicher Depression, Notverordnungen
und Arbeitslosigkeit ungünstige Voraussetzungen
für fröhliches Tennistreiben. Trotzdem war
dank einer stattlichen Zahl guter Tennisspieler
eine gute Spielstärke des CTC zu verzeichnen.
„Drittes Reich“ und 2. Weltkrieg:
1933–1945
Auch die NS-Zeit brachte
keine positiven Impulse, der CTC wurde dem
Deutschen Reichsbund für Leibesübungen zwangsweise
angeschlossen und dessen Einheitssatzung
übernommen werden. Da die Mitgliederzahl
stark rückläufig war, waren Werbemaßnahmen
angesagt, die schließlich erfolgreich waren.
Es kam auch wieder zu sportlichen Erfolgen,
und als 1939 der 2. Weltkrieg ausbrach,
verfügte der CTC über eine gefürchtete 1.
Mannschaft. In den Kriegsjahren konnte bis
etwa 1943 der Tennisbetrieb stark eingeschränkt
fortgeführt werden, bis dann am 2. März
1944 die Platzanlage durch Bomben schwer
getroffen wurde. Nachkriegszeit
und Zeit des „Wirtschaftswunders“
Unmittelbar nach Kriegsende
1945 konnten zwei Plätze instand gesetzt
werden, zunächst nur für französische Offiziere.
Nach dem Wechsel der Besatzungsmacht ließen
die Amerikaner überraschend eine Mitbenutzung
durch die deutschen Clubmitglieder zu und
bereits 1946 konnte ein Wettspiel gegen
den TC Calw durchgeführt werden.
Am 12. April 1947 fand
dann im Vereinsheim des CTC, dem ältesten
Tennisclubs in Württemberg, die Gründungsversammlung
des WTB statt. Die CTC-Vorstandsmitglieder
Albert Hauschwitz, Siegfried Hapke und Hermann
Christe übernahmen Führungspositionen im
WTB. Christe war von 1960 bis zu seinem
Unfalltod WTB-Präsident und galt als designierter
DTB-Präsident.
In der Zeit des „Wirtschaftswunders“
ab 1950 stiegen die Mitgliederzahlen,
die Anlage konnte auf acht Plätze erweitert
und das Clubhaus teils renoviert, teils
umgebaut und vergrößert werden, in einer
letzten Stufe im Jubiläumsjahr 1965. 1951
wurde Hans Eder Clubmeister, der spätere
Verfasser des Tennisklassikers „Normal hätte
ich nie verloren“.
Ab 1950 entwickelten sich internationale
Tennisaktivitäten zunächst zum „Winterthurer
Lawn-Tennis und Fußball-Club“ (Sponsor Kunstsammler
Oskar Reinhard) und anschließend zum TC
Rehalp Zürich über einen Zeitraum von mehr
als zwanzig Jahren.

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